Forumtheater



FORUMTHEATER-EMPOWERMENT ZUR KONFLIKTLÖSUNG

Auf Grund seines humanistischen und demokratischen Charakters kann Forumtheater in allen Bereichen sozialer Betätigung eingesetzt werden, wie:

  • Bildung 
  • Kultur, Kunst
  • Politik
  • Sozialarbeit
  • Beratung und Psychotherapie
  • Gesundheitsförderung

Es braucht dafür eine Gruppe, die bereit ist sich auf einen Prozess zur Darstellung eines Konflikt- oder Unterdrückungsthemas einzulassen.

In der ersten Erarbeitungsphase werden persönlich erlebte Konflikt- oder Unterdrückungsszenen erzählt und gesammelt und im Anschluss daran Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.
Daraus findet die Gruppe ein Konfliktbild als Modell für ähnliche  Erfahrungen.
Mit verschiedenen Probetechniken entsteht eine Modellszene, die keine Lösungen zeigt, sondern in der es am Ende der Szene eine Eskalation gibt.
Es geht darum, eingefahrene Konfliktverhaltensmuster sichtbar zu machen.

Im Rahmen einer Forumtheateraufführung sieht das Publikum zuerst diese Modellszene.
Nach deren Ende wird von der Spielleiterin/dem Spielleiter dazu eingeladen mit SitznachbarInnen oder FreundInnen Gedanken und Ideen zu besprechen.
Dann folgt die Forumphase, in der die Szene ein zweites Mal gespielt wird und die ZuschauerInnen eingeladen werden, an Stelle der/des „Unterdrückten“  in die Szene einzusteigen und ihre/seine Idee zur Verbesserung oder Lösung der Situation zu spielen. Die SchauspielerInnen reagieren in ihrer Rolle auf die neue Situation.

Jeder Einstieg bringt neue Informationen und neue Sichtweisen.
Es geht nicht darum, DIE EINE Lösung zu finden, sondern darum, möglichst viele neue Informationen und Strategien zur Veränderung zu erhalten.

  • Forumtheater ist handlungsorientiert.
  •  Lösungs- und Handlungsideen können direkt auf der Bühne ausprobiert werden.
  •  Eine unmittelbare Veränderung der Situation wird sichtbar gemacht.
  •  Forumtheater ist eine "Bühne zur Probe für die Wirklichkeit".
  • Es fördert Lebendigkeit, Vielfältigkeit und Kreativität und Mut zur aktiven Lebensgestaltung.
  •  Es fördert Gemeinsamkeit und Solidarität.

"Das Hauptprinzip des Theaters der Unterdrückten ist die Wiederherstellung des Dialogs unter den Menschen!“
 (Aus „Theater der Unterdrückten“ von Augusto Boal)


Als Spielleiterin stehe ich gerne für weitere Informationen und Durchführung von Forumtheaterprojekten zur Verfügung!



THEATER DER UNTERDRÜCKTEN UND AUGUSTO BOAL - DER URSPRUNG DES FORUMTHEATERS

Augusto Boal ist der Begründer des sogenannten "Theaters der Unterdrückten", das sich in vielen Ländern der Welt verbreitet hat. Geboren in Rio de Janeiro, ist Boal 1955-1971 Direktor des Theatro do Arena in Sao Paolo. Unter dem Eindruck der politischen und sozialen Situation in Brasilien und Südamerika entwickelt er spezifische Theatermethoden, die in der Volkskultur und in Bildungsinitiativen des Landes Verbreitung finden.

In Kollektivarbeit werden Stücke geschrieben und geprobt, die sich an diejenigen richten, die im Elend leben. Die Stücke werden in Dörfern, vor Analphabeten und in den Slums der Städte gespielt.
1971 - Militärdiktatur in Brasilien - Boal wird gefangen genommen, gefoltert und ins Exil geschickt.

Boal entwickelt, zuerst in Südamerika, dann in Europa seine Methoden. Die Zuschauer werden aus ihrer passiven Rolle befreit und eingeladen, selbst zu Handelnden zu werden. Aus Zuschauern werden Zu- Schau- Spielerlnnen
("spect-actors").

Er entdeckt, dass Unterdrückung in Europa andere Gesichter hat als in Südamerika. Soziale Isolation, Einsamkeit und Bürokratie sind Themen, die die Menschen in Europa beschäftigen.

Wie überall, findet er auch in Europa Formen von Rassismus und Sexismus. Anfang der achtziger Jahre kehrt Boal nach Brasilien zurück. 1989 verwirklicht er einen alten Traum: die Errichtung eines Zentrums des Theaters der Unterdrückten in Rio de Janeiro. 1992 kandidiert er zum Stadtrat und wird mit dem Vorschlag gewählt, die Probleme Rios mittels Theater zu bearbeiten und die Gesetze der Stadt auf der Straße zu diskutieren. Boal eröffnet damit ein neues Kapitel seines Theaters:" O Theatro Legislativo".

In Österreich war Augusto Boal seit den siebziger Jahren bis zu seinem Tod 2009, regelmäßig zu Gast, um seine Theatermethoden in Form von Workshops, Vorträgen und Aufführungen weiterzugeben. Die UNESCO hat seine Theaterformen als offizielle "methods of social change" anerkannt.





 

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